Fotografieren ohne Blitz

So gut wie alle meine Bilder entstehen bei 100% Tageslicht. Ich setze Blitze wirklich nur sehr sehr selten ein, es sei denn, man bucht bei mir ein Shooting im Fotostudio. Gut, da wird natürlich geblitzt. 🙂 Mir gefällt natürliches Licht für Kinder und Babies persönlich am besten. Und warum muss man künstliches Licht anwenden, wenn es auch anders geht?

Neugeborene schlafen meistens auf Bildern, dennoch haben sie auch mal wache Momente und ich finde es nicht schön, wenn man mit einem 500 Watt Blitzkopf direkt in die noch sehr empfindliche Netzhaut blitzt. Auch, wenn es nachweislich nicht schädlich ist. Muss das wirklich sein?  Ich finde nicht.

Die wenigsten Eltern machen sich darüber Gedanken, für die meisten ist es normal, dass man beim Fotografen angeblitzt wird. Wenn die Babies älter werden, reagieren teilweise scheue Babies ängstlich bei den großen Softboxen. Ich hatte vor Kurzem biometrische Passbilder für eine Freundin erstellt und musste hierfür meinen großen Blitz aus dem Keller holen. Meine 1-jährige  Tochter ist in Panik verfallen. Ich hätte sie niemals in diesem Moment mit dem Blitz fotografieren können. Es wären keine schönen Bilder entstanden. Muss das sein? Nein!

Kinder sind unberechenbar und man kann einfach nicht einschätzen, wie sie in neuen Situationen und auf unbekannte Gegenstände reagieren. Ich arbeite ganz bewusst in einem kleinen familiären Rahmen und nicht in einem kühlen Fotostudio. Meine Erfahrung ist es, dass meine kleinen Models schnell warm werden und merken, dass es bei mir fast wie bei ihnen zu Hause ist. Es steht kein großes auffälliges Fotoequipment herum und es gibt viel Spielzeug.

Dank meiner hochwertigen Fotokamera und entsprechender Objektive ist es mir möglich, das Umgebungslicht für die Fotos einzufangen und natürliche Fotos ganz ohne Blitz zu zaubern. Der große Vorteil bei meiner Technik ist, dass keine Technik notwendig ist 🙂 So ist es auch kein Problem, mich für Fotoshootings bei Ihnen zu Hause zu buchen, sollten die Voraussetzungen, die ich brauche, natürlich zutreffen. In meinen FAQs habe ich hierzu ein bisschen was zusammen geschrieben.

Viele Fotografen haben Respekt vor Available Light Fotografie – so nennt sich das Fotografieren mit dem Umgebungslicht. Wenn man die Fotografie verstanden hat und weiß, wie Licht funktioniert, braucht man hier aber keine Scheu zu haben. Ich verstehe, dass manche die Arbeit mit Blitz einfacher finden, da es stets das gleiche Licht ist und man sich nicht auf Sonne, Wolken und unterschiedlichen Lichttemperaturen in den Jahreszeiten einstellen muss. Ich habe auch viele Jahre mit Studiolicht gearbeitet und tue dies immer noch, wenn ich keine Babies oder Kinder fotografiere, sondern anderen Fotoprojekten nachgehe.

Ich bleibe aber dabei, dass für mich Babies und Blitz nicht zusammen gehören. Es ist meine Überzeugung und auch deswegen finden viele den Weg zu mir. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich in schwierigen unüberwindbaren Lichtsituationen auch mal den Blitz zum Einsatz bringe, ich bemühe mich aber stets, dies nicht zu tun.

Denn wie man auf den Bildern hier erkennen kann – man braucht keinen Blitz. Ich habe auf keinem dieser Bilder geblitzt, sondern habe nur das Umgebungslicht verwendet, welches gerade da war.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen mit meinem Beitrag zum Nachdenken bewegt. Es kommt nicht immer nur auf das Bildergebnis an, sondern auch, WIE man zu dem Bild gekommen ist. Es geht schließlich um den eigenen wertvollsten Schatz und man möchte auch, dass sich dieser auch während des Shootings pudelwohl fühlt.

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